Luang Prabang – Ein Stueckchen Stille

By Brita

So schoen ruhig und gelassen wie in Luang Prabang hatten wir’s schon lange nicht mehr. Aber ich fang wohl besser vorn an.

Von Hanoi aus startete unser 36 Stunden-Busfahrt-Marathon ueber die Grenze nach Laos. Die Truppe der Busfahrer und -organisatoren, wohl ein Familienunternehmen, wirkte schon anfangs etwas seltsam. Etwa alle halbe Stunde hielten wir irgendwo in der Wildnis und tauschten Riesenpakete, die sich hinter uns in der letzten Reihe stapelten und von denen wir lieber nicht wussten, was sie enthielten, gegen andere, ebenso ominoese Pakete aus. Dass dieser kleine, unfreundliche Laote (fuer uns wegen seines T-Shirts nur noch kleiner, gruener Mistkerl) dabei jedesmal durch unsere Rucksaecke lief, stoerte ihn wenig. Ist ja auch nicht unser Bus, in dem wir uns da viel zu breit machen.. Naja, die Nacht war so bequem, wie man es eben von einem Reisebus erwartet und gegen vier Uhr morgens erreichten wir schliesslich die Grenze, welche um sieben ihre Pforten fuer uns oeffnete. So offensichtlich wie hier wurden wir auch noch nie ueber den Tisch gezogen: 1$ fuer den Ausreisestempel, zu sechst gibt’s natuerlich auch fuer Gebuehren Mengenrabatt, 1$ fuer den laotischen Visumbeamten,.. Und keine Warteschlange, sondern einen kleinen Boxkampf um die Schalter. Wer da nicht die staerkeren Ellenbogen hat, wartet eben ein bisschen laenger. Aber wozu sind wir grosse Europaeer..?? ;-)

Nach anderthalb Stunden hatten wir’s auch geschafft und der gruene Typ konnte endlich aufhoeren, uns staendig ohne Paesse in den Bus zuruecktreiben zu wollen.

Nicht schlecht ueberrascht waren wir, als ein paar Kilometer hinter der Grenze beim naechsten Stop die Gepaeckklappe aufging, jemand daraus ausstieg und sich zu uns in den Bus gesellte.. Laos scheint wohl ein recht schoenes Land zu sein..Und dem ist auch so!!

Nachmittags erreichten wir schliesslich die Hauptstadt Vientianne, wo wir in den local bus nach Luang Prabang umsteigen wollten. Dieser war wohl leider schon voll und man verlangte von uns 3  $ Aufschlag fuer den “VIP-Bus”, den wir uns fuer diese Nacht auch goennten.

Am nachsten Morgen gegen sechs kamen wir endlich in Luang Prabang an und genehmigten uns erstmal ein Fruehstueck am Mekong-Ufer, bevor wir uns eine Unterkunft suchten. Endlich wieder Fruit Shakes!! Die waren in Vietnam eher spaerlich gesaeht.

Danach erkundeten wir ein wenig die Stadt. Eine Strasse war dicht gesaeumt mit Pagoden, die alle sehr gut in Stand gehalten waren. In Luang Prabang gibt’s sehr viele Moenche, von denen viele aus den umliegenden Bergdoerfern kommen.

Am Nachmittag besuchten wir die wichtigste Tempelanlage der Stadt, die sehr schoene Mosaike von alten Sagen und Malereien aus dem Leben Buddhas enthielt. Ausserdem konnten wir einem musikalischen Ritual der Moenche zusehen.

Auf einem Berg mitten in der Stadt steht eine weitere Pagode, von der aus wir den Sonnenuntergang beobachten konnten und in deren Naehe auch Buddha’s Foot, nicht zu verwechseln mit Buddha’s Foof, zu finden ist. Solche Fussabdrucke Buddhas sind wohl ueberall auf der Welt, vor allem aber in Asien, verteilt.

Sehr schoen ist auch der Nachtmarkt, auf dem wir uns an diesem und am folgenden Abend mit reichlich Souvenirs eindeckten.

Unseren zweiten Tag in Luang Prabang verbrachten wir zum grossen Teil an einem Wasserfall in der Naehe. Beim Verhandeln des Tuk-Tuk-Preises trafen wir Kathis morgendliche Bekanntschaft aus dem Museum, Sascha und Claudia aus Deutschland, mit denen wir gemeinsam aufbrachen.

Der Wasserfall war wirklich schoen!! Man konnte zu verschiedenen Sammelbecken hinaufsteigen und in den oberen sogar baden, herrlich!!

Stefan und ich verpassten leider einen versteckten Abzweig durch einen kleinen Wasserfall und erklommen so versehentlich den  Gipfel, von dem aus man die anderen beim Baden beobachten konnte. Auch auf dem Rueckweg nach unten fanden wir dann leider nicht den passenden Pfad und so suchten wir uns ein anderes Bassin.

Abends hiess es fuer Kathi noch “Vorhang auf”, als sie ein Theater besuchte, in dem traditionelle Taenze aufgefuehrt und Szenen der Mythologie mit praechtigen Masken und Verkleidungen dargestellt wurden.

So neigte sich unser Kurztripp nach Laos auch schon wieder dem Ende. Hier haette man gut und gerne noch ein paar Tage verbringen und die Ruhe (nur ein einziger hat hier gehupt!!) und vor allem die frische Luft, die man in den Staedten so vermisst, geniessen koennen.

Aber fuer den naechsten Morgen, also gestern, war unser Flieger gebucht.

Also, auf geht’s Richtung Strand!! Und der ist auch grossartig!!

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